- Dez12
Webhostingwahl – Die technische Seite
No CommentsIm letzten Artikel aus der Serie Die Wahl des richtigen Webhosters habe ich viel von Preis und Leistung geschrieben. Der vierte Teil der Serie handelt rein von Hosting-Technik. Nun wird es wirklich richtig technisch… Aber auch in diesem Bereich sollte man ein wachsames Auge haben, auch wenn man selbst vielleicht nicht ganz so technisch versiert ist.
- Servertyp
Auch wenn sich Linux- und Windows-Server in vielen Dingen am Ende nicht groß unterscheiden, so kann man in der Regel aber eher Linux mit Apache als Webserver empfehlen. Die meisten Content Management Systeme sind darauf ausgerichtet und setzen für bestimmte Sonderfunktionen (z.B. sprechende URLs) Apache-Funktionen voraus. Zudem sind Linux-Server meist deutlich günstiger da weniger Kosten für Softwarelizenzen anfallen.
- Verfügbarkeit
Die im Angebot angegebene Verfügbarkeit gibt den statistischen Prozentwert an, wie selten die Server des Hosters ausfallen. 100% sind allerdings praktisch nicht zu erreichen, auch wenn man mit diversen Loadbalancing- und Failoversystmen nah heran kommen kann. Trotzdem wäre ein Versprechen von 100% in der Regel unseriös. Auf Internetportalen wie zum Beispiel webhostlist.de findet man zu nahezu allen Hostern auch eine Verfügbarkeitsstatistik. Übrigens hören sich 99% Verfügbarkeit an sich nicht schlecht an, aber man sollte bedenken, dass dies mehr als 3 Tage Gesamtausfallzeit im Jahr bedeuten kann. Besser wären also 99,9%.
- Antwortzeiten (Standort)
Die Antwortzeiten hängen nicht nur von der Leistung des Servers ab, sondern auch von der Anbindung des Webhosters selbst an das Internet. Oftmals befindet sich hier ein Flaschenhals. Zusätzlich sei noch erwähnt, dass die Entfernung zum Webserver ebenfalls eine erhebliche Rolle Spielt. Aufgrund von Leitungslatenzen wird ein Server in den USA logischerweise länger zum Antworten benötigen als ein Server hier in Deutschland. Richtet man sich mit seinem Angebot eher an deutsche Besucher, macht es kaum Sinn, zu einen amerikanischen Server zu greifen. Mit dem Onlinetool loads.in kann man z.B. nicht nur die Ladezeiten insgesamt messen, sondern auch die Antwortzeit des Servers von verschiedenen Standorten auf der ganzen Welt.
- Prozessor und Arbeitsspeicher
Der Prozessor ist insofern wichtig, als dass er die Bearbeitungsdauer vieler gleichzeitiger Anfragen und Prozesse beeinflusst. Der zur Verfügung stehende Arbeitsspeicher ist ebenfalls sehr wichtig, da zu knapp bemessener Speicher zu Ausfällen und langsamen Ladezeiten führen kann. WordPress, mein lieblings CMS, benötigt zum Beispiel mittlerweile recht viel Arbeitsspeicher, so dass ein 32 MB PHP Memory Limit da schon zu wenig ist. Das PHP Memory Limit sollte minimal 64 MB betragen und am besten per htaccess oder noch beser via php.ini selber definierbar sein. Was sich wiederum auf die Verwendung des Arbeitsspeichers auswirkt.
- htaccess-Dateien
Appropos “htaccess”-Datei… Gerade bei günstigen Shared Hosting Accounts kann es sein, dass diese Datei gar nicht verfügbar bzw. nicht bearbeitbar ist. Caching-Plugins und ähnliche setzen jedoch voraus, dass diese Datei vorhanden ist.
- Datensicherung
Datensicherung ist ebenfalls ein sehr wichtiges Thema. Deshalb sollte man stets darauf achten, dass der Hoster selber regelmäßig (am besten täglich) Backups anfertigt. Aber ein guter Webmaster sollte sich dennoch nicht gänzlich darauf verlassen und selbst regelmäßig seine Dateien und Datenbanken sichern.
Mir ist sehr wohl bewusst, dass die technischen Details sind nicht immer so einfach zu erkennen sind, haben aber letztlich großen Einfluss auf die Qualität des Webhostings.
- Servertyp
